Archive for the 'Semantik' Category

Apr 12 2010

Psycho-Jargon oder gelungene Kommunikation?

Autor Gunhild Simon Kategorie Kultur, Semantik

Papst und Heilige im Gespräch

Fresko: Raffael

public domain

Bei fachspezifischen Konferenzen und Gesprächen – besonders in jenen mit einem geisteswissenschaftlichen Selbstverständnis wie Lehrerkonferenzen, Mitarbeiterbesprechungen psychologisch und sozialpädagogisch orientierter Richtungen – machen sich Fachsprachen bemerkbar, die sich durch immer wieder neue griffige und wohlklingende Formulierungen auszeichnen.
Bei genauerer Prüfung ist dies ein Jargon.
Jargon ist eine Art Fachsprache, also [...]

Bisher keine Kommentare

Apr 09 2010

S-Laute – Auslautverhärtung zu s oder ss?

Autor Gunhild Simon Kategorie Grammatik, Semantik

Goethe diktiert seinem Schreiber

Bild: Johann Joseph Schmeller

public domain

Die s-Laut-Schreibung war vor der Reform das bei weitem schwierigste Kapitel der Orthographie.
Während die meisten rechtschreiblichen Probleme in der Grundschulzeit verhandelt wurden, standen die s-Laute noch in der Beobachtungsstufe im Lehrplan. Und man glaube nicht, dass die Bedingungen der Verwandlung des /ß/ in /ss/ so leicht vermittelbar wären.
Zu [...]

Bisher keine Kommentare

Mrz 02 2010

Stilleben oder Stillleben?

Autor Gunhild Simon Kategorie Kultur, Semantik

Stillleben

Bild: Michelangelo Merisida Caravaggio

public domain

So mancher hat sich angesichts von Bildern, die offensichtlich Totes darstellen, gefragt, was das alles mit Leben, gar mit stillem Leben zu tun habe. Vielleicht hat er gar gemutmaßt, dass es sich wegen des kunstvollen Arrangements dieses farbenprächtigen Überflusses von Blumen, Früchten und Jagdbeuten um ein Stil-Leben handeln möchte.
Hier gibt die [...]

Bisher keine Kommentare

Feb 11 2010

Verblasster Widersinn oder sprachliche Fehlleistung?

Autor Gunhild Simon Kategorie Semantik

Stilbruch

Foto: Uwe-Jens Kahl

© oberpatscher / PIXELIO

In der Rhetorik hat absichtlicher Widersinn einen Platz. Die Formulierung gegen den Strich, gegen die logische Konvention, soll gleichsam als sprachlicher Stolperstein Aufmerksamkeit erregen. Man nennt diese Stilfigur Oxymoron. Die Sonderform, Contradictio in Adiecto, ist der Widerspruch zwischen einem Substantiv und dem hinzugefügten Adjektiv, z. B. armer Krösus, alter Knabe, [...]

Bisher keine Kommentare

Feb 10 2010

Ein gebräuchliches Verb: brauchen

Autor Gunhild Simon Kategorie Grammatik, Semantik

Nägel

Foto: Thommy Weiss

© thommywe@web.de / PIXELIO

In vieler Hinsicht ist brauchen ein besonderes Verb.
Als transitives Verb mit Akkusativobjekt bedeutet es benötigen, nötig haben. In dieser Bedeutung sollte man es strikt von gebrauchen, benutzen, verwenden unterscheiden. Beide, gebrauchen und brauchen haben ein gleichlautendes Partizip Perfekt: gebraucht, das die Verwirrung fördert.
Der Unterschied lässt sich an dem etwas eigentümlichen [...]

4 Kommentare bisher

Feb 08 2010

Wortbildung durch Derivation bei Verben und Substantiven

Autor Gunhild Simon Kategorie Grammatik, Semantik

Derivation

Foto: Dieter Schütz

© dido-ob / PIXELIO

Derivation ist die Produktion neuer Wörter aus bereits bestehenden. Ein abgeleitetes Wort ist ein Derivat. Das lateinische Verb derivare heißt ableiten, ablenken, entspringen. Darin steckt de-, von, weg und rivus, Bach, verdeutlicht in dem Bild rivus aquarum – Wasserleitung. Figürlich bedeutet derivatio Ableitung.
Hier geht es um grammatische Derivationsverläufe, [...]

Bisher keine Kommentare

Dez 29 2009

Dichtung – poetisch oder profan?

Autor Gunhild Simon Kategorie Etymologie, Semantik

Goethe-Turm

Foto: A.Leitold

© A.Leitold / PIXELIO

Dichtung ist ein Teekesselchen. Das dazugehörige Verb dichten verrät vielleicht die gleiche Spur. Ist diese Fährte die richtige?
Unter Dichtung in literarischer Beziehung versteht man Dichtkunst oder Dichtwerk. Dichtung im technischen Sinne bedeutet Abdichtung, Eindämmung und Verhinderung von Durchlässigkeit.
Gemeinsam könnte beiden ein Verständnis von dicht zugrundeliegen – dicht verstanden als eng, gedrängt. [...]

Bisher keine Kommentare

Dez 28 2009

Die Partikel zu – Präfix, Präposition, Gradpartikel, Adverb und Infinitivbestandteil

Autor Gunhild Simon Kategorie Grammatik, Semantik

Zubrot oder zu Brot?

Foto: Rike

© Sternschnuppe1 / PIXELIO

Die Partikel zu hat viele Bedeutungen. Gerade Komposita mit zu- sind eine Besonderheit.
Zu hat unterschiedliche grammatische Funktionen.
Es wird in der Zusammensetzung als Präpostion verwendet: Zufahrt, Zuwendung, Zugehörigkeit, Zustand.
Die Adverbien aber – zusammen, zuwege, zuhauf, zuhause – lassen zu in gleicher Weise unbetont wie die Wortgruppen zu Bett, zu [...]

Bisher keine Kommentare

« Newer Entries