Feb
06
2011
Der Krieg
Bild: Arnold Böcklin
public domain
Heidenangst – was ist das? Heidenangst ist mehr als Besorgnis und Furcht. Man fühlt darin eine Urangst vor unkontrollierbaren Wilden.
Unter Heiden verstand man früher diejenigen, die außerhalb der Gemeinschaft Gläubiger standen. Das Wort ist ursprünglich eine Lehnübersetzung von lateinisch paganus, eine Art geistlicher Zivilist im Gegensatz zu miles- oder fidelis [...]
Jan
21
2011
Zaunwinde
Foto: Ulrike Jonack
© RedAch / PIXELIO
Das Verb wenden hat allerlei Ableitungen. Sie verbergen sich auch hinter den unterschiedlichen Ablautfolgen der unregelmäßigen Stammformen, die neben den regelmäßigen bestehen: wenden, wandte, gewandt – wenden, wendete, gewendet.
Parallelen gibt es bei den präfigierten Verben abwenden, aufwenden, einwenden, verwenden, anwenden, entwenden, sich zuwenden es dabei bewenden lassen. [1]
Wann die schwache [...]
Nov
07
2010
Spindel
Foto: Javier Carro
GNU Free Documentation License
Dornröschen war es durch den Fluch der 13. Fee bestimmt, sich an ihrem 15. Geburtstag an einer Spindel zu stechen.
Ihre königlichen Eltern ließen daher alle Spinnräder im ganzen Schloß entfernen. Nur eines hatten sie übersehen. Es stand in der Dachkammer des abgelegensten Turmes, und eine alte Frau saß daran und [...]
Sep
14
2010
Eckladen
Foto: Klaus Steves
© Klaus Steves / PIXELIO
Die ursprünglichen Bedeutungen beider Wörter – Laden und Lade – sind schon verblasst. Dass der Laden ein Kaufladen, ein Verkaufsraum, ist, die Lade aber im landläufigen Sinn eine Schublade, scheint selbstverständlich. Wie aber ist der Zusammenhang zwischen beiden?
Urspünglche Gemeinsamkeit beider das Material. Holz. Denn der Laden bezeichnete ursprünglich eine [...]
Sep
10
2010
Hagel
Foto: Ivi
© Divi-ded / PIXELIO
In dem Kirchenlied “Wie lieblich ist der Maien” [1] heißt es in der 2. Strophe:
“Es steht in deinen Händen,
Dein Macht und Güt ist groß,
drum wollst du von uns wenden
Mehltau, Reif, Frost und Schloß’. *
*Hagel”
Mit der Anmerkung wird der Leser ins Bild gesetzt: Die Bitte richtet sich auf die Verschonung vor Hagel. [...]
Sep
02
2010
altehrwürdig
Foto: berwis
© berwis / PIXELIO
Dem heutzutage alltäglichen Wort ziemlich liegt das Verb sich ziemen zugrunde.
Aus diesem Verb ist das Partizip I geziemend , ein hochsprachliches Adjektiv, abgeleitet, das mit der ursprünglichen Bedeutung von ziemlich übereinstimmt. Das Verb sich ziemen, das sichtbar mit Zimmer, auch mit zähmen zusammenhängt, gehört in die Wortfamilie bauen, fügen. Also bedeutet [...]
Sep
01
2010
Heu
Foto: Erich Westendarp
© hpgruesen / PIXELIO
Im Neuen Testament wird über Jesu Gefangennahme berichtet. Als die Häscher ihn stellen, erhebt Simon Petrus das Schwert und schlägt einem der Knechte des Hohepriesters, Malchus, das rechte Ohr ab.
“Und einer aus ihnen schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab.” [1]
In neueren Fassungen steht schlug [...]
Aug
31
2010
Kathedrale Notre-Dame in Rouen
Foto: Peter Heinrich
© Petilein / PIXELIO
Das Substantiv Bau, abgeleitet von dem Verb bauen, hat eine breite Skala figürlicher und übertragener Bedeutungen. Daraus ergeben sich ungewöhnliche Pluralbildungen.
Das Bauen von Schutzbehausungen ist ein vitales Bedürfnis in der Tierwelt. Brutpflegende, insbesondere einzeln lebende Tiere von der Wespe über den Stichling, die Amsel bis zur Katze [...]
Aug
30
2010
Wandersleute
Foto: Karl-Heinz Laube
© KHLaube / PIXELIO
Ein Wort, das nur in der Mehrzahl, im Plural, vorkommt, heißt in der Grammatik Pluraletantum. Davon hörte man schon im Lateinunterricht.
Typische Anfangsvertreter sind divitiae, divitiarum, f. der Reichtum, oder castra, castrorum, n. das Lager. Im Deutschen sind Beispiele die Eltern, Ferien, Leute. Der Gegenbegriff lautet Singularetantum; es bedeutet alleiniges [...]
Aug
26
2010
Griechische Muse
Foto: Rolf Handke
© rohavideo / PIXELIO
Sie scheinen in unserer Kultur nahe beieinanderzuliegen, die Muße und die Muse. Jedenfalls unterliegen sie gerade deshalb, und wegen ihrer ähnlichen Schreibung und Aussprache, einer Verwechslungsgefahr. Dennoch ist ihre Wortherkunft ganz unterschiedlich.
Muße, Untätigkeit, freie Zeit, Ruhe, mittelhochdeutsch muoze, ist eine Substantivbildung zu müssen. Muße bedeutet “Gelegenheit, Möglichkeit, etwas zu [...]