Sep
30
2010
Die drei Eidgenossenbeim Schwur auf dem Rütli
Bild: Johann Heinrich Füssli
public domain
Ein Schwur wird geleistet. Ein Eid wird geschworen.
Das althochdeutsche Wort verbindet beide Begriffe zu eid-swuor, das mittelhochdeutsche lautet swuor. Dem voraus geht das starke Verb schwören mit seinen ungewohnten Ablautfolgen [1], mittelhochdeutsch swern, swer[i]gen, althochdeutsch swerian. Aus derselben Quelle speist sich das englische Verb [...]
Sep
27
2010
Die Plejaden
Foto: Carsten Przygoda
© ixman2000 / PIXELIO
In vielerlei Gewändern tritt es auf: all, alle, alles, überall, das All.
Wir haben es mit ganz unterschiedlichen Wortarten zu tun. Sie gehen aber auf das Indefinitpronomen all zurück. Die verkürzte, unveränderliche Form von alles ist all. Auf diese Weise wird das Indefinitpronomen zu einem Adverb, einer Partikel, [...]
Sep
26
2010
etwas Undefinierbares
Foto: stadelmann werner
© chnurrli46 / PIXELIO
Indefinita sind Indefinitpronomen und indefinite Artikelwörter. Der Terminus sagt aus, dass eine Sache oder Person nicht näher definiert wird. Daneben gibt es die Kategorie der unbestimmten Zahladjektive. Sie alle sagen etwas über Quantifizierung aus.
Im Unterschied zu unbestimmten Zahladjektiven sind Indefinita nicht mit einem Artikel oder Pronomen zu verbinden, weil [...]
Sep
25
2010
hüben und drüben
Foto: Thomas Max Müller
© Multipla / PIXELIO
Hier und dort sind Adverbien, die etwas über den Ort aussagen. Als Satzteil geben sie also Auskunft über lokale Umstände des Satzgeschehens. In dieser Rolle ist das Adverb ein Adverbiale, eine Umstandsbestimmung des Ortes.
Hier bezieht sich auf den Standort, den der Sprecher innehat, während dort den [...]
Sep
20
2010
Winterbahn
Foto: Erich Westendarp
© hpgruesen / PIXELIO
Sie werden mal so und mal so gesprochen. Man zweifelt, ob man es mit unterschiedlichen Dingen zu tun hat, oder ob man sie nach Geschmack sprechen – und sogar schreiben kann.
“Kannst du grad mal rüberkommen!” Das heißt gewählter ausgedrückt: “Kannst du gerade einmal herüberkommen!” In der Umgangssprache werden Wörter, damit [...]
Sep
19
2010
Statue of Liberty
Foto: Rolf Handke
© rohavideo / PIXELIO
Ein Mal ist ein Zeichen. Ein Merkmal, ein Muttermal, ein Gesichtsmal, ein Kainsmal, ein Mahnmal, ein Denkmal.
Jesus zeigte den Jüngern zum Beweis seiner Identität bei seinem leiblichen Erscheinen nach seiner Auferstehung seine Wundmale. Am Aschermittwoch zeichnet der katholische Priester den Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn, das Stirnmal [...]
Sep
18
2010
Johann Heinrich Pestalozzi
Bild: Francesco Ramos
public domain
Intelligenz heißt Einsichtsfähigkeit. Darin steckt lateinisch intelligens, einsichtig, verständig, aus intellegere verstehen, einsehen.
Wörtlich verstanden als Kompositum aus inter, dazwischen, und legere, lesen, lässt sich das Wort als Übertragung auslegen. Dann ließe sich daraus das Bild des “Lesens zwischen den Zeilen” erkennen. So wird ersichtlich, dass Intelligenz nicht das Ergebnis [...]
Sep
14
2010
Eckladen
Foto: Klaus Steves
© Klaus Steves / PIXELIO
Die ursprünglichen Bedeutungen beider Wörter – Laden und Lade – sind schon verblasst. Dass der Laden ein Kaufladen, ein Verkaufsraum, ist, die Lade aber im landläufigen Sinn eine Schublade, scheint selbstverständlich. Wie aber ist der Zusammenhang zwischen beiden?
Urspünglche Gemeinsamkeit beider das Material. Holz. Denn der Laden bezeichnete ursprünglich eine [...]
Sep
10
2010
Hagel
Foto: Ivi
© Divi-ded / PIXELIO
In dem Kirchenlied “Wie lieblich ist der Maien” [1] heißt es in der 2. Strophe:
“Es steht in deinen Händen,
Dein Macht und Güt ist groß,
drum wollst du von uns wenden
Mehltau, Reif, Frost und Schloß’. *
*Hagel”
Mit der Anmerkung wird der Leser ins Bild gesetzt: Die Bitte richtet sich auf die Verschonung vor Hagel. [...]
Sep
04
2010
Amphitheater von Delphi
Foto: Bildpixel
© bildpixel / PIXELIO
Im Mittelpunkt der antiken griechischen Kultur steht das Theater. Davon zeugen noch heute die Ruinen großangelegter antiker Amphitheater.
Prototyp des antiken Theaters ist die Tragödie, das Trauerspiel.
Zunächst besagt das Wort jedoch anderes. Tragöde, griechisch tragodía, hat zunächst gar nichts mit Trauer und Traurigkeit zu tun. Die eigentliche Bedeutung ist [...]