Feb
26
2010
Axolotl
Foto: Erzengel
public domain
Durs Grünbein als anerkannter deutscher Poet und Büchner-Preisträger legt den Debütroman von Helene Hegemann, Axolotl Roadkill, der die Bestsellerlisten stürmt wie einst die sumpfigen Niederungen, Feuchtgebiete, die Charlotte Roche erforschte, dem literaturgeneigten Publikum in schillernden Worten ans Herz:
“… [Ein] Buch, dessen Berückungsmacht ganz unvergleichlich ist in seiner Einheitlichkeit von Sprache und Lebensgefühl, die [...]
Feb
16
2010
Adolph Freiherr Knigge
Foto: AxelHH
public domain
Warum benutzt man die scheinbar unlogische Formulierung “Ich wollte fragen …”? Ist das eine Vergangenheitsform oder eine des Konjunktivs?
Sie klingt weder eindeutig nach vergangenem Wollen noch konjunktivischem also irrealem Wollen (Coniunctivus irrealis) noch potentiellem Tun (Coniunctivus potentialis). Inhaltlich steckt darin gar eine klare präsentische, indikativische Aussage: “Ich frage jetzt …”.
Sie [...]
Feb
15
2010
M101 Galaxie
Foto: Carsten Przygoda
© ixman2000 / PIXELIO
Der irdische Himmel ist der Ausblick auf die Unendlichkeit des Weltalls – insbesondere der nächtliche Sternenhimmel, der uns einen Blick auf unsere nächstgelegenen Sterne erlaubt.
Manchmal schimmert uns auch die sternenneblige Michstraße an. Die Milchstraße erscheint als heller Streifen am Nachthimmel. Der Fachterminus dafür ist Galaxis aus galaxias, γαλαξίας, aus [...]
Feb
14
2010
Schöpfung
Foto: Sandra Nabbefeld
© eileenSH4 / PIXELIO
“Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.” [1] So lautet der Anfang der Genesis, der biblischen Schöpfungsgeschichte.
Es gibt zwei Formen des Verbs schaffen.
Das quasi weltliche Schaffen ist dem Verb schaffen, schaffte, geschafft entlehnt. Es bedeutet etwas erfolgreich hinter sich bringen. Im süddeutschen Sprachraum ist es auch ein Synonym für arbeiten.
Mit [...]
Feb
13
2010
geöffnet
Foto: tigriszka
© tigriszka / PIXELIO
Um eine Verbform genauer zu analysieren, muss man sich einige seiner Merkmale vor Augen führen.
Verb ist eine Wortart. Als Wortart nennt man sie in der Grundform, Nennform, dem Infinitiv. In Infinitiv erkennt man lateinisch infinitum, unbeendet. Es bedeutet folglich “endungslose Form”. Ein Verb als Satzteil heißt Prädikat, aus lateinisch praedicatio, Aussage. [...]
Feb
12
2010
Umsonst?
Foto: Rafael Vogt
© toprevail / PIXELIO
In der Umgangssprache ist sonst fest etabliert. Es leitet einen Satz ein, der sich an eine Bedingung knüpft. Und bei genauerem Hinsehen findet es sich auch anderswo: umsonst, ansonsten, sonstig.
Sonst ist ein Adverb. Es bedeutet je nach Zusammenhang andernfalls oder außerdem. In der Umgangssprache kommt es in der Floskel “Und [...]
Feb
11
2010
Stilbruch
Foto: Uwe-Jens Kahl
© oberpatscher / PIXELIO
In der Rhetorik hat absichtlicher Widersinn einen Platz. Die Formulierung gegen den Strich, gegen die logische Konvention, soll gleichsam als sprachlicher Stolperstein Aufmerksamkeit erregen. Man nennt diese Stilfigur Oxymoron. Die Sonderform, Contradictio in Adiecto, ist der Widerspruch zwischen einem Substantiv und dem hinzugefügten Adjektiv, z. B. armer Krösus, alter Knabe, [...]
Feb
10
2010
Nägel
Foto: Thommy Weiss
© thommywe@web.de / PIXELIO
In vieler Hinsicht ist brauchen ein besonderes Verb.
Als transitives Verb mit Akkusativobjekt bedeutet es benötigen, nötig haben. In dieser Bedeutung sollte man es strikt von gebrauchen, benutzen, verwenden unterscheiden. Beide, gebrauchen und brauchen haben ein gleichlautendes Partizip Perfekt: gebraucht, das die Verwirrung fördert.
Der Unterschied lässt sich an dem etwas eigentümlichen [...]
Feb
08
2010
Derivation
Foto: Dieter Schütz
© dido-ob / PIXELIO
Derivation ist die Produktion neuer Wörter aus bereits bestehenden. Ein abgeleitetes Wort ist ein Derivat. Das lateinische Verb derivare heißt ableiten, ablenken, entspringen. Darin steckt de-, von, weg und rivus, Bach, verdeutlicht in dem Bild rivus aquarum – Wasserleitung. Figürlich bedeutet derivatio Ableitung.
Hier geht es um grammatische Derivationsverläufe, [...]