Archive for Dezember, 2009

Dez 30 2009

vigelinsch

Autor Gunhild Simon Kategorie Etymologie

Scharfer Blick

Foto: Dieter Rill

© Diddie / PIXELIO

Aus dem norddeutschen Platt hat sich ein exotisch anmutendes Wort erhalten. Ein Adjektiv. Ein Fremdwort?
Man schreibt und spricht es je nach Landstrich auf verschiedene Art: vigeliensch, vigilinsch, vligilinsch, figeliensch, fligilisch, fiogliensch …
All die Schreibweisen deuten darauf, dass es sich um ein mündlich überliefertes Wort handelt.
Es hat eine Bedeutungsskala von [...]

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Dez 29 2009

Dichtung – poetisch oder profan?

Autor Gunhild Simon Kategorie Etymologie, Semantik

Goethe-Turm

Foto: A.Leitold

© A.Leitold / PIXELIO

Dichtung ist ein Teekesselchen. Das dazugehörige Verb dichten verrät vielleicht die gleiche Spur. Ist diese Fährte die richtige?
Unter Dichtung in literarischer Beziehung versteht man Dichtkunst oder Dichtwerk. Dichtung im technischen Sinne bedeutet Abdichtung, Eindämmung und Verhinderung von Durchlässigkeit.
Gemeinsam könnte beiden ein Verständnis von dicht zugrundeliegen – dicht verstanden als eng, gedrängt. [...]

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Dez 28 2009

Die Partikel zu – Präfix, Präposition, Gradpartikel, Adverb und Infinitivbestandteil

Autor Gunhild Simon Kategorie Grammatik, Semantik

Zubrot oder zu Brot?

Foto: Rike

© Sternschnuppe1 / PIXELIO

Die Partikel zu hat viele Bedeutungen. Gerade Komposita mit zu- sind eine Besonderheit.
Zu hat unterschiedliche grammatische Funktionen.
Es wird in der Zusammensetzung als Präpostion verwendet: Zufahrt, Zuwendung, Zugehörigkeit, Zustand.
Die Adverbien aber – zusammen, zuwege, zuhauf, zuhause – lassen zu in gleicher Weise unbetont wie die Wortgruppen zu Bett, zu [...]

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Dez 27 2009

Ein loser Schelm

Autor Gunhild Simon Kategorie Etymologie

HONI SOIT QUI MAL Y PENSE

Foto: Norbert Kaiser

GNU Free Documentation License

Loser Schelm, charmante Umschreibung für einen wortgewandten Ironiker!
Ein Lästermaul nennt man jemanden, der kein Blatt vor den Mund nimmt, der seinen Mund nicht halten kann. Dieser hat also ein lockeres, ein loses Mundwerk.
Lose heißt dann im positiven Sinn locker, unkonventionell oder unbefangen, dagegen bedeutet es [...]

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Dez 13 2009

Märchen

Autor Gunhild Simon Kategorie Etymologie, Kultur

Märchenwald

Foto: adel

© Adel / PIXELIO

Angesichts des alten Märchenbuchs wird man schier von Sehnsucht übermannt. Beim Anblick der vertrauten Bilder fühlt man sich zurückversetzt in alte Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat.
Man sieht das Kind von einst, wie es in sicherer Hut mit einem wohligen Schauer den Märchen lauschte. Schon dieses Kind wusste, dass die [...]

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Dez 10 2009

Zeit und Ewigkeit

Autor Gunhild Simon Kategorie Etymologie, Kultur

Zeit und Ewigkeit

Foto: Viktor Mildenberger

© vinat / PIXELIO

Alles Leben hat eine definierte Lebenszeit. Selbst alles Unbelebte, Dingliche währt nur bis zu einem manchmal nur mathematisch vorstellbaren Ende.
Oder umgekehrt – ein Ende hat längst stattgefunden, ohne in unsere menschliche Wahrnehmung vorzudringen, weil das längst vergangene Ereignis sich nach Lichtjahren berechnet. Endlichkeit und Unendlichkeit, Zeit und [...]

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Dez 08 2009

Heiden und Barbaren

Autor Gunhild Simon Kategorie Etymologie, Kultur

Speicherstadt Hamburg

Foto: Michael Sieling

© Michael Sieling / PIXELIO

Weihnachten ist das Fest des Kommerzes. Aber gerade in Krisenzeiten wird man bescheidener und besinnt sich auf Inwendiges, Beständiges, Wertvolles, auf Familie und Tradition. Man geht zur Kirche.
Am 1. Advent, dem Beginn der Zeit der Erwartung des Heilands, des Erlösers, und am Heiligen Abend, dem Fest seiner Geburt, [...]

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Dez 06 2009

Grenzen des Geistes: bieder und spießig

Autor Gunhild Simon Kategorie Etymologie, Kultur

Biedermeier

Foto: Templermeister

© Templermeister / PIXELIO

Bieder und spießig – zwei Eigenschaften, die auf den ersten Blick identisch erscheinen.
Während Biederkeit ursprünglich eine Tugend bürgerlicher Unangefochtenheit, Wackerkeit und Tapferkeit verkörperte, geht Spießertum, Spießigkeit, Spießbürgerlichkeit zurück auf ein an soldatisch-unkritisches Spießgesellentum angelehntes Bürgerverhalten. Es ist der traditionell spöttischen, kritischen Studentensprache als Scheltwort für den bewaffneten Stadtbürger als “Schildbürger” entsprungen.
Das [...]

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