Okt 07 2011

Das Participium Coniunctum und der Ablativus Absolutus – Konstruktionen, die in der deutschen Grammatik kein Pendant haben

Autor Gunhild Simon Kategorie Grammatik

Caesar

Caesar

Quelle: Alfred von Domaszewski
Geschichte der Römischen Kaiser
public domain

Strukturelle Merkmale des Lateinischen sind grammatische Konstruktionen, die Sprachökonomie und Präzision verbinden. Sie sind beim Participium Coniunctum (PC) und dem Ablativus absolutus ( Abl. abs.) in besonderer Weise ausgeprägt. Beide Konstrukte sind nur unzureichend wörtlich zu übersetzen. Im Deutschen bringt oft erst ein Nebensatz den komplexen Inhalt einer solchen Fügung zum Ausdruck.

Das Participium coniunctum ist gewissermaßen der “Gegenbegriff” zum Ablativus absolutus. Im Lateinunterricht gilt es, diese beiden zu durchschauen und zu unterscheiden.

Erster Anhaltspunkt ist das Verständnis der Wortdetails.

Der Terminus Participium coniunctum lässt sich auf zwei Ursprünge zurückführen:

In Participium, Partizip , steckt particeps – teilnehmend, Teilnehmer. Daraus ergibt sich “participium”- das Teilhabende. Im Allgemeinen bedeutet Partizip “das (am Prädikat) Teilnehmende”. Dem liegt zugrunde, dass ein mehrteiliges Prädikat eine finite Verbform, also eine mit einer Personalendung beendete, und eine infinite, endungslose, das Partizip, hat. [4]

Der andere Anteil, coniunctum, lässt sich aus dem Verb coniungere, verbinden, ableiten. Das Partizip Perfekt davon lautet coniunctum, verbunden. [1] Es heißt also “ein-, angebundenes oder verbundenes Partizip”.

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Jul 14 2011

Chicorée

Autor Gunhild Simon Kategorie Allgemein

Hierzulande kennt man den Chicoree als Salat. Ein typisches Wintergemüse, denn er ist so zartgelb gefärbt, weil er im Dunkeln gezogen wird. Im Dunkel bildet sich nämlich kein Chlorophyll aus. Chlorophyll ist der grüne Farbstoff, der auch aus weißem Spargel grünen Spargel macht. Und wenn man ihn wachsen lässt, die hübschen grünen Blattwedel sprießen lässt, womit man früher Rosen- und Alpenveilchensträuße band, die später, mit roten Beeren geschmückt, die Furchen und Hügel des Spargelackers begrünen.

Der Chicorée müsste eigentlich weiblichen Geschlechts sein, wie ja auch die weibliche fränzösische Endung nahelegt. Im Deutschen wird er meist zu einem Maskulinum, weil er als Salat, also “der Chioreesalat”, auf den Teller kommt. Weil das Wort so schwierig zu scheiben ist, hat er im Zuge der Rechtschreibreform auch eine etwas kuriose Alternativschreibung erhalten: Schikoree.

Eigentlich aber ist diese Alternative irreführend, denn das französische Wort Chicorée hat einen viel älteren deutschen Vorgänger, die Zichorie. Aber die ist schon fast vergessen, weil sie in eine weniger leichtlebige Zeit gehört, als Kaffee noch “echter Bohnenkaffee” hieß und Zichorienkaffee, gewonnen aus der Wurzel der Zichorie, noch heimischer Ersatzkaffee war für das exotische Luxusgut.

Die Gewinnung des Ersatzkaffees geschah so: Die Wurzel der Zichorie wurde geschnnitzelt, getrocknet, geröstet und gemahlen. Sie enthält einen darmstärkenden Stoff namens Inulin [1] und neben anderen Geschmacksstoffen wie Zucker, Fett und Karamell einen Bitterstoff, der im Geschmack entfernt an Kaffee erinnert. Als Zusatz zu Bohnenkaffee verlieh diese Substanz dem “Blümchenkaffee”, der so dünn war, dass man die Blümchen am Grund der Tasse sah, eine satte braune Färbung.

Dahinter steckt die Gemeine Wegwarte, die Zichorie, Cichorium intybus [2]. Die Wegwarte ist durch einige Besonderheiten gekennzeichnet: Ihre Blüten sind von einem beseligenden gewissen Blau. Sie richten sich ganz wie die Sonnenblume, “Tourne-soleil”, nach dem Sonnenstand aus. Im Gegensatz zu dem überirdischen Blütenblau steht ein krätzbürstiges, überaus zähes, staubiges Blättergrün einer krautigen Pfanze, die aus einer tiefwurzelnden Rübe hervorgebracht wird. Diese sich bis in tiefste Erdschichten bohrende Wurzel ermöglicht es der Wegwarte, auch aus kärgstem Boden Wasser und Nahrung zu schöpfen. Ebenso widerstandsfähig wie die unterirdische Versorgung sind die faserigen Stengel, die am Wegrain den Wagenrädern trotzen. So erstehen sie mit täglich neu sich entfaltenden Blüten bin in den Herbst hinein.

Die Kenntnis von der Wurzel der Wegwarte als Genuss- und Heilpflanze ist alt. Das Gemüse Chicorée dagegen verdankt seine Erfindung einem Zufall, der in jüngerer Zeit, nämlich um1850 geschah. Zichorienwurzeln, die in einem belgischen Keller über den Winter vergessen worden waren, hatten ausgetrieben. Diese zarten gelben Blätter probierte der Gärtner und da sie ihm wohlschmeckend erschienen, war ein neues Gemüse entdeckt. Der Chicorée wird aus den vom Laub befreiten Rüben in sandgefüllten Kisten eng nebeneinander im Dunkel gezogen um so auszutreiben. Seine Kraft hat er in ihren Wurzeln gespreichert, wie Zwiebelpflanzen – Tulpen und Hyazinten.

Hierzulande isst man Chicorée am liebsten als Salat, aber als Gemüse, gedünstet oder gaciert, mit etwas Zitrone im Blanchierwasser, um die schöne Farbe nicht zu ruinieren, ist er bei unseren westeuropäischen Nachbarn sehr beliebt. [3]

Die Wegwarte ist also der Grundstoff des Chicoréesalats. Allerdings ist die zartgelbe Varietät, die uns typisch erscheint, nur eine von vielen. Eng verwandt ist der Endiviensalat, als Eskarol grobblättriger als der zarte und zierlich gelockte Friséesalat. Auch der Radicchio, der, so “rot” seine Farbe sich in seinem italienischen Namen auch zu spiegeln scheint, “der Wurzelnde” bedeutet. Auch er wächst auf einem rübenartigen Strunk, dessen bitterer Kern wie beim Chicorée in der Basis der Pflanze als Keil erhalten ist.

Also sind Chicorée, Endivie, Eskarol, Frisée und Radicchio aus der großen Familie der Zichorien. Das erkennt man an dem ihnen allen gemeinsamen Bittergeschmack, der gerade Herbst- und Wintersalate so anregend macht.

[1] Inulin ist ein prebiotischer, natürlicher und leicht süßlich schmeckender Ballaststoff aus der Chicorée-Wurzel, der den nützlichen Darmbewohnern als Nahrungsquelle dient und somit einen aktivierenden Einfluss auf die Darmflora hat.
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/inulin-pi.html

[2] Der Name Cichorium taucht zum erstenmal bei HORAZ auf. Er leitet sich aus den griechischen Wörtern κιω (kio) = gehe und χοριον (chorion) = Feld ab, steht also mit der Art und Weise des Auftretens der Pflanze in Verbindung und entspricht dem deutschen Namen Wegwarte.
http://www.roever-stiftung.de/dok/wegwarte.pdf

[3] Der Bitterstoff Intybin ist gut für Leber, Galle und Darm, auch Magen, Milz, Bauchspeicheldrüse und Blutgefäße.
Durch seinen Inulin- und Kaliumgehalt regt er Verdauung und Stoffwechsel an. Daher ist Chicorée für eine Blutreinigungskur bestens geeignet.
Wie alle Blattsalate hat er kaum Kalorien.
Er verträgt sich mit anderen Blattsalaten so gut wie mit Früchten. Als Gemüse schmeckt er mit Schinken und Käse überbacken.
http://www.kochmeister.com/lexikon/chicoree-info

Hier ein Rezept, das ich empfehle.
http://www.genial-lecker.de/archiv/2007/01/rezept-ueberbackener-chicoree.html

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Mai 28 2011

Sehr – Partikel mit fast verwischten Spuren

Autor Gunhild Simon Kategorie Allgemein

Sehr ist eine Partikel. Man kann sie Grad-, Abtönungs- oder Verstärkungspartikel nennen. Eine Partikel ist in der Grammatik ein “Teilchen”, ein Wort, das nicht veränderbar ist. Als Adverb kann sehr ein anderes Adverb, ein Adjektiv, aber auch Verben und Partizipien, begleiten und inhaltlich verstärken oder relativieren.

Als Verstärkung von Adjektiven ist das Wort alltäglich: sehr schön, sehr heiß, sehr jung. Oder verneint: nicht sehr kalt, nicht sehr alt oder nicht sehr schnell.

Bei Verben kommt es auf den Inhalt an, ob er sinnvoll qualitativ zu verstärken ist. Man kann sehr verletzen, sich sehr freuen oder wundern. Man kann sich sehr beeilen, anstrengen oder sich sehr verspäten. Dagegen ist *sehr fahren, gehen, lesen, schreiben oder essen überwiegend widersinnig. Denn solche Verben werden durch ein Adverb, das ihre besondere Qualität beschreibt, begleitet: schnell fahren, langsam gehen, genau lesen, schön schreiben, gut essen.

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Apr 19 2011

Im Folgenden oder im folgenden? Ohne Weiteres oder ohne weiteres? Substantivierung oder Adverbsurrogat?

Immer wieder ergeben sich Unsicherheiten, wie Fügungen und Wortgruppen, die Merkmale einer Substantivierung aufweisen, zu schreiben sind. Groß- oder Kleinschreibung ist hier nicht ohne Überlegungen oder Nachschlagen abzulesen.

Beidem will ich hier nachgehen.

Die Regel zur Großschreibung im Deutschen lautet: Groß geschrieben werden Satzanfänge, Substantive und Eigennamen. Handelt es sich also um Substantive, zu denen auch Substantivierungen zählen? Oder haben diese in Fage stehenden Wortgruppen nur formale Merkmale eines Substantivs – ein vorangestelltes Pronomen, einen Artikel oder ein Artikelwort [1]? Eine ganze Reihe von Wortgruppen nach diesem Muster - des weiteren oder des Weiteren, im übrigen oder im Übrigen? – steht auf dem Prüfstand.

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Mrz 19 2011

Drohne – Metapher für einen Flugroboter

Autor Gunhild Simon Kategorie Kultur, Natur

Biene, Blüte, Sommer

Honigbiene

Foto: Niko Korte
© sublevel / PIXELIO

Die Drohne ist eine männliche Biene.

Im Gegensatz zu ihren weiblichen Artgenossen, der Königin und den Arbeiterinnen, haben Drohnen keinen Stachel, kein Bienengift und sind nicht für das selbsttätige Überleben geschaffen. Ihr einziger existentieller Zweck ist die Fortpflanzung, sie sind ein fliegender Geschlechtsapparat. Dazu werden sie gehätschelt, gefüttert und gepflegt. Nach ihrer Mission, der einmaligen Begattung der Jungkönigin, sind sie entbehrlich und todgeweiht. Entweder sie verhungern, sterben an Entkräftung oder werden, falls sie heimkehrten, totgestochen.

Im Bienenstaat gibt es nur ein Prinzip: das Wohl des ganzen Volkes. Daher gibt es eine streng hierarchische Arbeitsteilung. Die Arbeitsbienen verzichten zugunsten der Gemeinschaft nicht nur auf Sexualität und Fortpflanzung, sondern setzen ihre ganze Existenz für das Bienenvolk ein, die Versorgung, den Schutz die Nest-und die Brutpflege. Unterdessen legt die Königin unausgesetzt Eier, die sie aus ihrem lebenslangen Spermienvorrat befruchtet.

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Mrz 16 2011

Hausaufgaben

Autor Gunhild Simon Kategorie Allgemein, Kultur

Hausaufgaben

Hausaufgaben

Foto: S. Hofschlaeger
© hofschlaeger / PIXELIO

Hausaufgaben bringen alle Beteilgten in ein Dilemma.

Ein Dilemma ist ein nach zwei Seiten offenes Verfahren – eine Zwickmühle. Es ist also eine Situation mit zwei Möglichkeiten, die beide zu einem kaum gegeneinander abwägbaren Resultat führen.

Ein engagierter Lehrer sieht Hausaufgaben als Vertiefung des Lernstoffs an und erhofft sich davon ein selbständiges Durchdringen und weiterführende Fragen. Das erscheint möglich in der ablenkungsfreien Ruhe des häuslichen Arbeitsplatzes. Gleichzeitig kann er schriftliche Hausaufgaben nur kontrollieren durch zeitaufwendiges Einsammeln und Durchsehen.

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Mrz 13 2011

Verwandtschaftsbilder

Autor Gunhild Simon Kategorie Semantik

Vertrauen wagen

Vertrauen wagen

Foto: Grace Winter
© Grace Winter / PIXELIO

Versöhnung, Aussöhnung, versöhnen oder aussöhnen, bedeutet Verzeihung und Vergebung, Überwindung einer inhaltlichen, politischen oder historischen Kluft, Fremdheit oder Schuld.

Durch Versöhnung wird ein Graben zugeschüttet, die Feindschaft begraben, die Störung der Beziehung überwunden. Versöhnung ist gleichsam ein Verzicht auf Sühne ohne Ansehen von Schuld.

Dieser Inhalt ergibt sich aus dem darin enthaltenen Begriff des Sohns. Wie man einem Kind verzeiht, dem biblisch sprichwörtlichen “verloreren Sohn” rückhaltlos vergibt, so ist Versöhnung zu verstehen. Wie ein Vater den Sohn in die Arme schließt, so nähert man sich durch eine Versöhnung einander an. Im Idealfall stehen die Ausgesöhnten füreinander ein.

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Feb 11 2011

Verbalkomplexe

Autor Gunhild Simon Kategorie Grammatik

Verbalkomplexe

Meisen im Winter

Foto: uschi dreiucker
© moorhenne / PIXELIO

Der Begriff Verbalkomplex beschreibt mehrteilige Verbformen. Dieser Terminus überschneidet sich mit dem syntaktischen Begriff Verbklammer.

Verbklammer bedeutet, dass im Hauptsatz das finite Verb als präfigiertes Verb mit trennbarem Präfix getrennt wird, indem nur der finite Verbteil an zweiter Stelle im Hauptsatz steht, während das Präfix als eigenständiges Wort an die letzte Stelle rückt.

Beispiel:

zurückkommen. Ich komme heute Abend erst sehr spät nach Hause zurück.

Mehrteilige Verbformen kommen im Deutschen in den zusammengesetzten Zeiten vor, in Strukturen, die den einfachen Infinitiv, sowie den mit “zu” erweiterten Infinitiv beteffen, und generell bei Modalverben, die eine Verbindung mit einem Verb eingehen, um die Bedingungen, die Modalität des Tuns zu beschreiben.

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Feb 10 2011

Präteritum oder Perfekt? Dauer und Historische Vergangenheit im Deutschen

Autor Gunhild Simon Kategorie Grammatik

Rotkäppchen

Rotkäppchen

Bild: Albert Anker
public domain

Die Ebenen der Vergangenheit im Deutschen sind kompliziert. Diese Eigenschaft teilen sie zwar mit anderen Sprachen. Jedoch hat jede ihre eigenen Auffassungen.

Die grammatischen Formen der Vergangenheit im Deutschen entziehen sich eindeutiger Zuordnung. Alltagssprache und Schriftsprache überschneiden sich, ohne derselben Logik zu folgen.

Der Fachbegriff für die grammatische Zeit lautet Tempus. [1] Weil die grammatischen Zeiten in einem Verhältnis zueinander stehen, nennt man diese Beziehung Tempussystem.

Drei Begriffe stehen zur Verfügung, um die unterschiedlichen Vergangenheitsebenen auszudrücken. Die Fachbegriffe lauten Imperfekt oder Präteritum für die einfache Vergangenheit. Perfekt, neuerdings auch Präsensperfekt genannt, ist die vollendete Gegenwart. Unter Plusquamperfekt versteht man eine Zeitform, die zwei unterschiedliche Vergangenheitsstufen im Hinblick auf Vorzeitigkeit und Nachzeitigkeit einander zuordnet. Deshalb heißt sie vollendete oder vorzeitige Vergangenheit.

Die lateinischen Begriffe sind inhaltlich nur unzureichend übertragbar auf den Zeitengebrauch im Deutschen.

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Feb 06 2011

Heidenangst

Autor Gunhild Simon Kategorie Etymologie, Kultur

Der Krieg

Der Krieg

Bild: Arnold Böcklin
public domain

Heidenangst – was ist das? Heidenangst ist mehr als Besorgnis und Furcht. Man fühlt darin eine Urangst vor unkontrollierbaren Wilden.

Unter Heiden verstand man früher diejenigen, die außerhalb der Gemeinschaft Gläubiger standen. Das Wort ist ursprünglich eine Lehnübersetzung von lateinisch paganus, eine Art geistlicher Zivilist im Gegensatz zu miles- oder fidelis christianus, Nachfolger Christi, Gläubiger. Heute nennen sich diejenigen – augenzwinkernd – Heiden, die innerhalb der sozialen Gemeinschaft stehen, ohne getauft zu sein. Heiden klingt zu Zeiten der Toleranz, Globalität und Religionsfreiheit nach mittelalterlicher Dunkelheit und Enge.

Und tatsächlich, es ist ein Wort, das besonders der frühen protestantischen Sprache verhaftet ist. Luther bediente sich dieses Wortes bei der Übersetzung des Neuen Testaments aus einer griechischen Schrift, der Septuaginta, des Erasmus von Rotterdam, dem eine lateinische Übersetzung, die Vulgata, beigegeben war. Die lateinische Fassung des Psalms 2.1 lautet: Quare fremuerent gentes, et populi meditati sunt inania«? – »Warumb toben die Heiden, Vnd die Leute reden so vergeblich«? , was man mit “Weshalb lärmen fremde Völker und sprechen so viel Nutzloses?”[1] ausdrücken könnte. Luther übersetzte dies Textstelle folgendermaßen: “Warumb toben die Heyden?”. Dass er hier das Bild tobender Heiden ins Spiel bringt, könnte eine Erklärung für den Begriff des Heidenlärms im protestantischen Wortschatz sein.

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